Historie

Auf den folgenden Rubriken ist ein kleiner Überblick über den geschichtlichen Werdegang der Tischtennisabteilung des SVW Weingarten dargestellt.

 

Unter der Rubrik “TT-Geschichte” ist ein kleiner Überblick über die generelle Entwicklung des Tischtennissports aufgeführt.

 

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Historische Entwicklung

Wie viele andere Ballsportarten gelangte auch das Tischtennisspiel über die sogenannte “Spielbewegung” nach Deutschland. Die Engländer brachten Mitte des 18. Jahrhunderts die verschiedensten Ballspiele der Commonwealthstaaten mit nach Europa und machten sie hier heimisch.


Der Begriff des “Fair Play” ist nur ein Beispiel der typisch englischen Prägung, die sich in den Spielen zeigte.
Tischtennis wurde aus dem Lawn Tennis, dem Rasentennis, entwickelt Man versuchte die Winterpause mit einem Hallenspiel auf kleinerer Fläche, tennisähnlich, zu überbrücken. Das so entstandene Spiel wurde 1884 unter dem Namen Miniature-Indoor-Tennis-Game patentiert.


Indoor-Tennis war ein Clubhausspiel, welches mehr oder weniger aus Zeitvertreib, als Amusement, betrieben wurde. Die Spielkleidung bestand aus Smoking oder Abendkleid. Spielgeräte waren zunächst Holzbrettchen und ein Kork- oder Gummiball. Als Regel galt, den Ball nicht zu hart zu schlagen. Dies wurde als ein besonders unsportliches Verhalten betrachtet.


Zwei bahnbrechende Entwicklungen gaben dem Tischtennissport eine Wende. Dies war zum einen die Erfindung des Zelluloidballes durch den englischen Ingenieur James Gibb im Jahre 1890. Durch den besonderen Klang des Balles entstand der Name Ping-Pong in Deutschland. In Amerika nannte man es Whiff-Whaff und in Frankreich Pim-Pam. Die zweite entscheidende Neuerung war die Benutzung des ersten Noppengummis, wobei der Anstoß zum Gebrauch einer solchen Gummiauflage für den Schläger unklar ist. So wird unter anderem berichtet, daß der Spieler Goode im Jahr 1902 kurz vor den nationalen englischen Meisterschaften zu einem Chemiker ging, um seinen Schläger präparieren zu lassen. Goode, schwer grippekrank, sah keine andere Möglichkeit, die Meisterschaft zu gewinnen. Nach nur einem Tag Übung mit dem neuen Noppengummischläger war das Ergebnis sensationell. Goode schlug im Finale den amtierenden Meister Parker mit sage und schreibe 50:3. Eine andere Version dieser Geschichte besagt, daß ein Engländer names Goode einfach eine Kassenmatte mit Gumminoppen nahm, sich zurechtschnitt und auf seinen Schläger klebte. So entstand der erste Noppengummischläger. Die Verkürzung der Schlägergriffe fiel ungefähr in die gleiche Zeit.


Nach dem ersten Weltkrieg nahm der Tischtennissport einen weiteren Aufschwung. 1926 fanden in London die ersten Weltmeisterschaften statt. Zu erwähnen war die immer noch enge Verbindung von Tennis und Tischtennis, denn der größte Teil der Teilnehmer waren Tennisspieler. Der Engländer Fred J. Perry war es, der sowohl die Tischtennisweltmeisterschaften als auch die inoffiziellen Tennis-WM von Wimbledon in den Jahren 1934 bis 1936, gewann.


Dann setzten vor allem im Regelwerk und in der Materialverwendung Änderungen ein. Die Tennisregeln wurden endgültig abgeschafft und die Zählweise bis 21 Punkte eingeführt. 1937 wurde erstmals die Zeitregel eingeführt, bei der derjenige, der nach 20 Minuten Spielzeit führte, zum Sieger erklärt wurde. Diese Regel wurde 1947 in die heutige gültige Wechselmethode modifiziert. So konnten endlich die Stunden dauernden Schupfduelle beendet werden. Außergewöhnlich bleibt der über 2 Stunden andauernde Ballwechsel zwischen dem Polen Alex Ehrlich und dem Rumänen V. Paneth, den Ehrlich für sich entschied und damit das gesamte Spiel. Weiterhin wurde die Netzhöhe um 2cm verringert. Tischtennis wurde damit schneller und interessanter.

 

Heinz Lanius, ehemaliger Bezirkspressewart, berichtet von den Problemen der Nachkriegszeit folgendermaßen:
Ab 1947 fuhr man mit Holzgas-LKW, dann Sattelschleppern und später den ersten Bussen zu ersten offiziellen Verbandsspielen. Oft mußten Tischtennisplatten als Mangelware mitfahren, um spielen zu können. Abenteuerlich auch die Tischtennisschläger: beidseitig Kork, eine Seite Kork die andere Holz oder Gummi. Manch toller Eigenbau war zu bewundern, manche dick wie ein doppeltes Schinkenbrot. Nur sehr langsam kamen dann gute, brauchbare Markenschläger auf den Markt. Das gleiche galt für die Tischtennisbälle. Einmal defekt wurden sie nicht einfach weggeworfen sondern mit allerlei Tricks wieder repariert.

 

Spektakuläres geschah bei den Weltmeisterschaften 1952 in Bombay, als der bis dahin unbekannte Japaner Satoh mit einem neuartigen Schaumgummibelag Weltmeister wurde. Die Dicke des Belages und die Elastizität erhöhte die Ballgeschwindigkeit und die Rotation enorm. In der Zeit bis 1959, als der Schaumgummischläger verboten wurde, verlor die europäische Noppengummielite ihre Vorherrschaft. Aufschlagspezialisten konnten dem Ball mit der Hand so viel Effet geben, daß Spiele nur durch den Aufschlag entschieden wurden. Ab 1959 durfte Schaumgummi nur noch als Unterlage benutzt werden. Meist diktierten Angriffspieler, bis auf wenige Ausnahmen, wie den Verteidigungsspezialisten Eberhard Schöler, die Spielszene. Um das Jahr 1975 gab es auf dem Materialmarkt Neuerungen, die den Abwehrspielern Chancengleichheit verschafften. Das gefürchtete Schlägerdrehen hielt Einzug. Tischtennis verlor zusehends an Attraktivität, da Zuschauer und auch Spielern unersichtlich war, warum einfach aussehende Schläge reihenweise ins Netz geschlagen wurden. Im Jahre 1983 wurde dann die Zweifarbigkeit der Schlägerbeläge eingeführt. Ein Ende der Entwicklung, respektive ein Stillstand auf dem Materialsektor ist nicht in Sicht. Auf Seiten der Verantwortlichen und Funktionäre besteht die Tendenz, die Rasanz und Dynamik des Tischtennissports sichtbarer zu machen und damit das Spiel für Zuschauer und Medien attraktiver zu gestalten. Zur Debatte stehen unter anderem die Vereinheitlichung des Schlägerbelagsdicke und die Erhöhung des Tischtennisnetzes. Der Durchmesser des Tischtennisballes wurde in der Zwischenzeit von 38mm auf 40mm erhöht.

Entwicklung in Deutschland.

Im Europäischen- und im Welttischtennis erlebte der DTTB viele Sternstunden, ohne jedoch konstant zur Europäischen- oder gar zur Weltspitze gezählt zu haben. Vielmehr verhalfen einzelne Ausnahmespieler dem Deutschen Tischtennissport zu Ruhm und Ansehen.